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MUSICALS - Das Musicalmagazin

SCHOLL - Die Knospe der Weißen Rose

Ein neues Musical, das alles richtig macht

(...) Die Inszenierung von Titus Hoffmann verwebt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie Realität und Imagination gekonnt miteinander und lässt alles logisch ineinanderfließen. Diesem Konzept folgt auch die Bühneneinrichtung von Stephan Prattes (...) Über dem Bühnengeschehen schweben rechtwinklige Holzbalken, die stetig ihre Position ändern, abgesenkt, hochgezogen und gedreht werden. Bei diesen Verwandlungsfahrten blitzt immer wieder kurz das Hakenkreuzsymbol durch und versinnbildlicht damit zunächst einigermaßen subtil, am Ende durch konkrete Positionierung und rote Neonbeleuchtung unübersehbar, den allgegenwärtigen Nationalsozialismus. 

Ebenfalls in sich durchweg stimmig ist die zeitlose, genreübergreifende Musik von Thomas Borchert mit musikalischen Arrangements von Robert Paul, unter dessen musikalischer Leitung am Keyboard die fünfköpfige Band im Bühnenhintergrund Teil des hervorragenden Klangerlebnisses ist.

Dieses geht vor allem auf die brillierenden Darstellerin*innen zurück, deren Gesangsinterpretationen allein bereits den Abend als ästhetisch hochwertig auszeichnen. Als Hans zeigt Alexander Auler mittels Stimme und Spiel die verletzliche und künstlerische Seite hinter der makellosen Fassade des Wehrmachtssoldaten. Berührend, wenn er "Diese Worte bleiben" nach einem Originalgedicht des historischen Hans Scholl vertont. Sandra Leitner als Sophie changiert gelungen zwischen aufgeweckter kleiner Schwester mit losem Mundwerk und mutiger Widerstandskämpferin. Als Traute überzeugt Judith Caspari auf ganzer Linie und imponiert mit ihrer phänomenalen Stimme nicht nur in ihren Solos, sondern auch in den Duetten mit ihren sich hervorragend ergänzenden Spielpartner*innen. Wenn auch im Stück erzählerisch nicht anwesend, so ist Fin Holzwart als Shurik jedoch mehr als präsent. Lina Gerlitz gefällt als quirlige Ulla ebenso wie Dennis Hupka als jugendlicher Freddy. Die toughe Inge wird von Karolin Konert authentisch dargestellt. 

Das gelungene Musical "SCHOLL - Die Knospe der Weißen Rose" macht jedenfalls alles richtig. Es bleibt zu hoffen, dass es erneut den Weg auf die deutsche(n) Bühne(n) finden wird, versteht es doch hervorragend, die Geschichte hörens- und sehenswert aufzuarbeiten und dabei einen gegenwärtigen Bezug herzustellen. (Constanze Köhler / Musicals Magazin - Juni/Juli 2023) 

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